Klare Antwort: JA!
Warum? – Es gibt aus meiner Sicht wenigstens zwei Aspekte. Als erster, wichtigster Punkt ist, dass man seinem System nicht mehr vertrauen kann. Selbst wenn man das System mit einem Virenscanner prüft und dieser meldet, er habe infizierte Dateien gefunden und bereinigt, kann man doch nie sicher sein, was der Schädling im Hintergrund manipuliert hat. Hat er vielleicht sogar den Virenscanner manipuliert, so dass dieser keine Infektion mehr anzeigt?
Das ist im Übrigen auch die verbreitete Meinung in den Fachmedien, allen voran Wikipedia. Dort ist es recht anschaulich erklärt:
»Ein System [...] wird als kompromittiert betrachtet, wenn Daten manipuliert sein könnten und wenn der Eigentümer bzw. Administrator des Systems keine Kontrolle über die korrekte Funktionsweise oder den korrekten Inhalt mehr hat[...]«
»Typischerweise tritt dies nach einem Befall durch einen Computervirus oder durch einen gezielten Einbruch durch Cracker auf. Ein derartig manipuliertes System ist als nicht mehr vertrauenswürdig anzusehen.«
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Technische_Kompromittierung
Selbst Microsoft vertritt diese Auffasung:
http://technet.microsoft.com/de-de/library/cc512587%28en-us%29.aspx
Und hier noch zwei interessante Quellen dazu:
http://faq.underflow.de/#SECTION000120000000000000000
http://www.oschad.de/wiki/Kompromittierung
Der zweite Aspekt ist der der Wirtschaftlichkeit: Angenommen, man installiert das System nicht gleich neu, sondern versucht z.B. von einer sauberen CD zu starten, um das System zu säubern. Eine solche Aktion dauert erfahrungsgemäß je nach Datenmenge auf der Festplatte und Geschwindigkeits des Systems schonmal 2-3 Stunden. Mit ungewissem Ausgang, dennwer weiß, ob die Super-Sauber-Scan-CD alle Schädlinge findet und entfernt? Hier sind wir wieder bei der Vertrauenswürdigkeit…
Wir müssen also schonmal 2-3 Stunden Arbeitszeit investieren, ohne sicher zu sein, dass die Aktion auch glückt. In der selben Zeit haben wir in aller Regel einen PC oder ein Notebook neu installiert. Und danach hat man dann sicher ein sauberes System, dem man wieder trauen kann. Also dürfte die Entscheidung eigentlich klar sein…
Ein
System, eine Datenbank oder auch nur ein einzelner Datensatz wird als
kompromittiert betrachtet, wenn Daten manipuliert sein könnten und wenn der Eigentümer bzw. Administrator des Systems keine Kontrolle über die korrekte Funktionsweise oder den korrekten Inhalt mehr hat