Soeben war der freundliche Paketbote da: Wir haben nun unser eigenes TERRA Mobile 1330. Heute abend gleich mal Windows installieren, dann geht das Gerät in den harten Dauertest. Ich werde es nicht schonen. Wie sich das Notebook schlägt werde ich dann an dieser Stelle berichten…
Archiv für Juni 2010
TERRA Mobile 1330 im Dauertest
Dienstag, 22. Juni 2010 | verfasst von Thorsten DampfKundenfeedback zu Wenger-Taschen
Montag, 21. Juni 2010 | verfasst von Thorsten DampfUnsere Kundin Frau Elger, Rechtsanwältin aus Lauterbach, war so freundlich, uns ein kurzes Feedback zu Ihren Wenger-Taschen zu schreiben (sie und ihre Familie besitzen mittlerweile mehrere): www.dampf.it/pages/leistungen/accessoires.php
Breitbandgipfel Hessen 2010
Donnerstag, 17. Juni 2010 | verfasst von Thorsten DampfGestern also Breitbandgipfel Hessen 2010 im Steigenberger Aiport Hotel in Frankfurt. Eine sehr gelungene Veranstaltung, ich berichte hier mal, was wir (die Abordnung der Ulrichsteiner Internetkommission) dort so alles an Infos gesammelt haben. Aber Achtung: Der Artikel wird etwas länger…
Die Bürgermeisterin von Schotten und der Chef der Vogelsberg-Consult waren übrigens auch da.
Es beginnt mit einem Grußwort des hessischen Wirtschaftsministers Posch. Ein recht sympathischer Mann, wie ich finde, aber auch ein Großmeister der Versprecher:
»Ich darf mich für die Einladung ganz herzlich begrüßen.«
»… An dieser Stelle müssen wir Hilfestellung gibt.« »… um diese Prozess zu steuern.«
»Bei diesem Medium handelt es sich gleichzeitig etwas…« (nein, ich habe hier nichts vergessen, aber der Hr. Minister
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Der Mann hatte sich scheinbar so in Rage geredet… Aber er hatte auch ein paar handfeste Informationen parat:
- in Hessen sind 242.000 der 2.8 Mio. Haushalte unterversorgt, da sind rund 8,6%
- Dabei ist Hessen aber laut Breitbandatlas das bestversorgte Bundesland in Deutschland
- Die Schließung der Breitbandlücken soll bis Ende 2011 abgeschlossen sein, man spricht dabei von einer Grundversorgung mit 1-2 MBit/s
- Ein Hochgeschwindigkeitsnetz mit 25-50 MBit/s soll bis Ende 2014 realisiert sein.
- In Hessen gibt es 10.000 Unternehmen mit 94.000 Mitarbeitern in der Informationstechnologie, damit ist diese Branche so bedeutend wie die Autoindustrie oder die Medizintechnik
- Die Landesregierung hat die Wichtigkeit des Themas erkannt und will sicherstellen, dass der ländliche Raum mit den Ballungszentren kommunizieren kann und digital erreichbar ist.
- Für die Förderung von Breitbandprojekten stehen 2010 fünf Millionen Euro zur Verfügung.
- Im Rahmen der sog. Digitalen Dividende läuft ein Long-Term-Evolution-Pilotprojekt in Hofbieber.
Es folgt der Vortrag des Hr. Staatssekretär Steffen Saebisch, der im schicken Cordanzug im 70er-Stil auftritt:
- Das erklärte Ziel der Bundesregierung sei der 75%ige Ausbau mit 50 MBit/s bis Ende 2010
- Die hessische Landesregierung hat einen Lenkungssauschuss gebildet, der u.a. für folgenden Dinge sorgt:
- Bereitstellung von Beratungskapazitäten für Kommunen
- Förder- und Finanzierungsinstrumente
- Durchführung von Pilotprojekten
- Optimale Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung
Weiterhin stellt er das HesBis vor, das Hessische Breitband-Informationssystem. Laut der Meldung auf www.hessen.de soll es über die Seite www.breitband-in-hessen.de erreichbar sein. Aber ich finde es dort nicht. Entweder bin ich zu blind, oder es ist noch nicht verlinkt…
Zwischennotiz: Im Vortragssaal sind die absoluten Profis an der Technik: Mal ist beim Aufruf von Internetseiten während einer Präsentation »Fehler 404 – Seite nicht gefunden.« zu sehen, mal geht mitten in der Präsentation der Bildschirmschoner an…
Es folgt ein Vortrag der WIKconsult, ein Unternehmen, dass sich auch auf internationaler Ebene mit dem Thema Breitband beschäftigt:
- An der Glasfaser wird mittel- bis langfristig kein Weg vorbeigehen
- Funktechnologien sind als Übergangstechnik OK, aber der Weg in die GBit-Gesellschaft führt über kabelgebundene Lösungen
- DIE eine Lösung wird es nicht geben, es wird immer verschiedene Lösungen geben, aber alle werden stark glasfaserbasiert sein.
- Der 100% flächendeckende Breitbandausbau wird nur mit rein wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen nicht zu machen sein, da gewisse Regionen einfach nicht wirtschaftlich sinnvoll zu versorgen sind. Die Kosten für einen VDSL-Anschluss im ländlichen Raum sind z.B. ca. 15x höher als in Ballungsräumen. Daher wird die Landes- und Bundesregierung in irgendeiner Form mit eingreifen müssen.
- In Asien gibt es z.T. schon zu 50% sog. FttH-Anschlüsse mit Glasfaser.
- mobilfunk ist keine Technologie, die langfristig die Bandbreitenbedürfnisses des Massenmarktes befriedigen kann, u.a. weil es eine zellulare Technologie ist, d.h. alle Teilnehmer in einer Funkzelle teilen sich die vorhandene Bandbreite.
- Glasfaserkabel können z.B. in Abwasserkanälen verlegt werden, technisch ist das problemlos möglich.
Nun ist ein Herr vom Netzwerkausrüster Cisco an der Reihe, das ist quais der kurze Werbeblock des Vormittags. Denn natürlich steht Cisco den Kommunen gerne als Partner beim Ausbau zur Verfügung. Dennoch hat der Herr auch ein paar interessante Infos parat:
- International ist man ganz klar auf dem Weg zur 1 GBit/s-Gesellschaft. (Nochmal zum Vergleich: ein heutiger DSL1000-Anschluss hat 1000 KBit/s, was 1 MBit/s entspricht. 1 GBit/s sind dann 1000 MBit/s.)
- Der Internetverkehr steigt rasant, bis 2014 geht man von einer Vervierfachung des Datenverkehrs aus, pro Monat!
- 91% dieses Wachstums entfallen dabei auf Videodaten
- Singapur ist auf dem Weg zur Intelligent Nation 2015, mit Internetnutzung überall an jedem Ort uvm.
- In Deutschland will Bochum die erste 1 GBit-Stadt werden, dazu sollen 204.000 Wohneinheiten bis 2016 glasfaserversorgt sein.
Es folgt ein sehr reichhaltiges und leckeres Mittagsbuffett – OK, wir sind schließlich nicht irgendwo, sondern im Steigenberger!
Danach ein eher langweiliger und auch eher schlecht gemachter Vortrag des BMWi. Er stellt die DSL-Situation in Deutschland als insgesamt gut dar, er lobt die Öffnung des Telekommunikationsmarktes in der Vergangenheit, er stellt heraus, dass Deutschland Europaweit bei DSL-Anschlüssen auf Platz 5 liegt. Naja, auch eine Sichtweise… Immerhin erwähnt er noch, das Deutschland bei den Glasfaseranschlüssen Europaweit in den Top 15 nicht vertreten ist. Er wiederholt dann noch, was schon mehrfach gesagt wurde: flächendeckend in 2010 eine Grundversorgung mit mindestens 1 MBit/s, bis Ende 2014 eine 75%ige Abdeckung mit 50 MBit/s seien das erklärte Ziel der Bundesregierung.
Zum Schluss sorgt er noch für einen unfrewilligen Lacher als er betont, wie toll er es findet, dass
»Die Telekom hat angekündigt, noch in diesem Jahrtausend den flächendeckenden Ausbau abzuschließen!«
Nun ist die Damen von Vodafone dran, sie ist Director Technology Strategy, also wenn sie nicht weiß wie’s geht, wer dann?
Sie sagt insgesamt wenig Konkretes zu Terminen etc. Einzig sehr bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass sie als Vertreter eines Mobilfunkers sagt, dass sie LTE für eine eher kurzfristige Lösung hält, langfristig aufgrund physikalischer Grenzen kein Weg an kabelgebundenen Netzen mit Glasfaser vorbeiführen wird.
Den Rest des Tages nutzen wir dann noch für Gespräche mit Fachleuten, von denen es auf dem Breitbandgipfel reichlich gibt:
Wir sprechen mit Sven Butler, Breitbandberater des Landes aus Fulda. Er wird uns nächste Woche in Ulrichstein besuchen, um uns mögliche Strategien und Technologien aufzuzeigen.
Am Vodafonestand erfahren wir noch, dass man bei LTE von Spitzengeschwindigkeiten im späteren Ausbau von 400 MBit/s ausgeht. Außerdem sagt uns der Herr, das Vodafone zwar im Rahmen der Digitalen Dividende verpflichtet sei, 90% der Weißen Flecken auszubauen, man aber definitiv 100% ausbauen werde! Sehr bemerkenswert! Als Zeitrahmen nennt er uns Mitte/Ende 2011 für eine Grundversorgung per UMTS. Für Ulrichstein wäre uns das natürlich noch zu lange, also hat er uns versprochen, zu prüfen, ob sich das irgendwie beschleunigen lässt. Das hängt maßgeblich wohl davon ab, was Vodafone in unserem Gebiet bereits an Infrastruktur im sog. Backbone hat. Der freundlich Herr wird das prüfen, und uns Bescheid geben…
Gleiches gilt für unser Gespräch mit der Telekom, auch dort wird man prüfen, was geht…
Außerdem schauen wir uns noch das System der Firma Fast Opticom an, mit dem Leerrohre und Glasfaserleitungen kostengünstig in vorhandenen Abwasserrohren verlegt werden können. Wenn man bei 35-55 Euro/Meter von kostengünstig sprechen kann… Aber eine Straße aufbuddeln wäre teurer… Auf jeden Fall eine sehr interessante Variante.
FAZIT:
Eine rundum gelungene Veranstaltung mit vielen interessanten Informationen. Es tut sich was, die Bundes- und Landesregierungen haben die Wichtigkeit erkannt. Es wird bis Ende 2010 eine flächendeckende Grundversorgung geben, am ehesten über Mobilfunk. Bis Ende 2014 wird es ein großflächige Versorgung im Bereich 15-50 MBit/s geben, inwiefern der Vogelsberg davon betroffen ist, wird sich zeigen müssen. Alle Funktechnologien, sei es über WLAN oder UMTS, LTE etc. werden nur als Übergangstechnologien angesehen. Sicher sind diese Techniken noch die nächsten 5-10 Jahre gut zu gebrauchen, aber langfristig auf ein bis zwei Dekaden gesehen, wird die Zukunft in der Glasfaser liegen.
Die Kommunen sind daher angehalten, sich bereits heute Gedanken zu machen, wie sie eine Infrastruktur schaffen können (z.B. über das Verlegen von Leerrohren etc.), in der dann zukünftig Glasfaserleitungen verlegt werden können. Wir werden in unserer Ulrichsteiner Internetkommission in den nächsten Tagen und Wochen Gespräche mit dem Breitbandberater und verschiedenen Anbietern führen, um dann abzuschätzen, wohin die Breitbandreise für Ulrichstein gehen kann.
